Die Kruste knackt beim Schneiden leicht, innen ist das Brot weich und noch ein bisschen warm. Darauf etwas Butter, die langsam schmilzt, und eigentlich braucht man gar nichts anderes mehr.
Natürlich kann man das Grundrezept auch verändern. Manchmal gebe ich getrocknete Kräuter in den Teig, besonders Rosmarin oder eine italienische Kräutermischung. Auch Sonnenblumenkerne oder Kürbiskerne passen sehr gut. Geröstete Zwiebeln machen daraus ein kräftigeres Brot, das wunderbar zu Suppe oder einem deftigen Abendessen passt.
Wer es mediterraner mag, kann klein geschnittene Oliven und etwas Rosmarin verwenden. Mit geriebenem Käse bekommt man wiederum eine ganz andere Variante. Das Grundrezept bleibt dabei immer gleich.
Trotzdem würde ich beim ersten Versuch tatsächlich die einfache Version backen. So bekommt man ein Gefühl dafür, welche Konsistenz der Teig haben sollte und wie lange das Brot im eigenen Backofen braucht.
Ein weiterer Vorteil ist, dass man dieses Rezept sehr gut vorbereiten kann. Das fertige Brot hält sich einige Tage, wobei es natürlich am ersten Tag am besten schmeckt. Ich bewahre es nicht luftdicht in Plastik auf, weil die schöne Kruste dann schnell weich wird. Ein Brotkasten oder ein sauberes Küchentuch funktioniert bei uns besser.
Wenn etwas übrig bleibt und bereits etwas trocken geworden ist, werfe ich es übrigens nicht weg. Gerade selbst gebackenes Brot eignet sich am nächsten Tag hervorragend für Toast, überbackene Brotscheiben oder Croûtons. Man kann es auch in Scheiben einfrieren und später einzelne Scheiben direkt im Toaster aufbacken.
Was ich an diesem Rezept aber am meisten mag, ist seine Einfachheit. Brotbacken wird häufig komplizierter dargestellt, als es für ein gutes Alltagsbrot tatsächlich sein muss. Natürlich kann man sich jahrelang mit Sauerteig, verschiedenen Mehlsorten, Hydration und langen Fermentationszeiten beschäftigen. Daraus können fantastische Brote entstehen. Aber nicht jeder möchte aus dem Brotbacken ein neues Hobby machen.
Manchmal möchte man einfach ein Brot.
Mehl in die Schüssel, Hefe dazu, Wasser hinein, kneten, warten und backen. Mehr braucht es hier wirklich nicht.
Und gerade für jemanden, der noch nie selbst Brot gebacken hat, ist dieses Rezept ein schöner Einstieg. Selbst wenn der Laib beim ersten Mal nicht aussieht wie aus einer Bäckerei, schmeckt er meistens trotzdem hervorragend. Beim zweiten Versuch weiß man bereits, ob der eigene Teig vielleicht etwas mehr Wasser braucht oder der Ofen fünf Minuten länger benötigt.
Nach zwei oder drei Broten denkt man darüber überhaupt nicht mehr nach.
Dann macht man es einfach.
Bei uns ist genau daraus ein Rezept geworden, das immer wieder auf dem Tisch landet. Besonders an kalten Tagen, wenn ohnehin eine Suppe auf dem Herd steht, gibt es kaum etwas Besseres als ein Stück noch leicht warmes Brot dazu. Aber auch morgens mit Butter und Marmelade oder abends mit Käse schmeckt es wunderbar.
Und jedes Mal finde ich es ein bisschen erstaunlich, dass aus einer Schüssel Mehl, etwas Hefe und Wasser tatsächlich so ein schönes Brot entstehen kann.
Falls Sie bisher gedacht haben, Brotbacken sei kompliziert, probieren Sie dieses einfache Rezept einmal aus. Vielleicht geht es Ihnen danach genauso wie mir: Man steht vor dem fertigen Laib, schneidet die erste Scheibe ab und fragt sich, warum man es eigentlich nicht schon viel früher selbst versucht hat.